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Lustige Anekdoten

Lachende erwachsene Person und lachendes Kind an einem Tisch während einer Therapiesitzung

Zwischen all dem Arbeiten und Behandeln darf auch einmal herzhaft gelacht werden über lustige und manchmal etwas peinliche Situationen, die Ihnen als Logopädin oder Logopäde begegnen. Deshalb hier schon einmal ein paar schöne Anekdoten. Die Namen sind hier natürlich alle erfunden.

Eine SMS an meinen Freund

Es war ein langer Freitag gewesen und eigentlich eine sehr volle Woche mit vielen Patientinnen und Patienten und viel Organisiererei. Ich war also sehr froh, dass Wochenende war, nach der Behandlung der letzten Patientin. Els war ein nettes Mädchen von 10 Jahren, das für Lesen und Rechtschreibung kam. Wie jeden Freitag schickte ihre Mutter mir eine SMS, um mir zu sagen, dass sie vor der Tür stand, denn Parken war am Freitagabend keine einfache Sache. Ich bekam also die SMS und ging müde und froh mit Els die Treppe hinunter, zusammen zur Haustür. Ich sah, wie Els brav zum Auto ihrer Mutter lief und einstieg. Ich schaue nämlich immer nach, ob sie sicher eingestiegen sind, bevor ich wieder hineingehe.

In Rekordtempo hatte ich meine ganzen Sachen zusammengeklaubt. Richtig aufräumen wäre etwas für Montag, dann hätte ich schon noch Zeit übrig. Ich wollte nämlich nur eines: nach Hause.

Schnell schickte ich meiner Freundin eine SMS:

Hey Schatz. Ich komme gleich. Vermisse dich.

Antwort:

Guten Tag, ich glaube, Sie haben das an die falsche Person geschickt. Noch einen schönen Abend mit Ihrer Freundin. 🙂

In der Eile und aus Gewohnheit hatte ich also eine SMS an die erste Person in der Liste meiner SMS geschickt… Ich dachte, an meine Freundin, an dem Abend aber an die Mutter von Els.

Manche Fachärzte haben zu viel Zeit…

Wie immer schicken Sie die Eltern zum Arzt, damit sie eine Verordnung für die Untersuchung holen können. Damals musste das noch verpflichtend beim Facharzt sein. Mein Patient hatte Lese- und Schreibschwierigkeiten. Wie immer sage ich den Eltern deutlich, was auf einer Verordnung stehen muss. Das reicht allerdings nicht immer… Denn plötzlich bekommen Sie diese „Verordnung“ in den Briefkasten:

Bitte Therapie starten für Dyslexie, denn Lesen klappt bei mir nicht und auch Rechnen fällt schwer. Bei der Aufgabe 5 + 8 hat sie 12 als Ergebnis.

Gefolgt von einer Mini-Analyse „des Lernproblems“. Tja, für manche Ärzte ist die Zahl der Studienjahre wohl noch zu knapp.

Peinlicher erster Schulbesuch

Erste Arbeitswoche: aufregend. Erster Schulbesuch: auch aufregend. Ich dachte, ich hätte alles gut vorbereitet:

  • Mehrmals die Adresse geprüft UND mit Google Maps nachgeschaut.
  • Therapie vorbereitet.
  • Stifte, Bleistifte, Würfel und noch mehr Material, um es eventuell zu benutzen.
  • Prüfen, prüfen und noch einmal prüfen.

Guten Mutes bin ich unterwegs zu Tom, um ihm in der Schule Therapie zu geben. Ich habe ihn noch nie gesehen, ich hatte nur telefonisch Kontakt mit seiner Mutter.

„Hat deine Mama dir nicht erzählt, dass ich komme?“

Logopädin

Ich komme an der Schule an, sage, dass ich die Logopädin von Tom bin, der im 1. Schuljahr ist. Die Lehrkraft, die Aufsicht hat, holt einen Jungen, Tom, und sagt ihm, dass er für die Logopädie mit mir mitkommen soll. Tom schaut verwirrt. Ich natürlich: „Hat deine Mama dir nicht erzählt, dass ich komme?“ Tom schüttelt den Kopf, kommt aber trotzdem brav mit. Ich bekomme einen kleinen Raum zur Verfügung und packe hastig meine Therapiesachen aus, um so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Dreißig Minuten sind nämlich schnell um.

Wir beginnen mit der Artikulationstherapie. Laut seiner Akte hat Tom nämlich vor allem noch ein /s/, das sehr interdental gebildet wird. Erste Übung: läuft sehr gut. Zweite Übung schon… Die läuft überraschend gut. Wo ist diese Interdentalität, von der in seiner Akte die Rede ist?

In dem Moment geht die Tür mit einem Ruck auf, und die Lehrkraft, die mir Tom mitgegeben hat, stürmt herein, gefolgt von einer Frau, die sich als Direktorin der Schule vorstellt.

Ja, dieser Tom hieß Tom.

Logopädin

Tom ist also nicht Tom, jedenfalls nicht der richtige Tom. Ja, dieser Tom hieß Tom. Und ja, dieser Tom saß auch im ersten Schuljahr, aber dieser Tom brauchte überhaupt keine Logopädie.

Es stellte sich heraus, dass ich in der falschen Schule saß und drei Straßen weiter hätte sein müssen.

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